Peter Wolf
Videoredakteur Kameramann Medienberater

Ein Männlein steht im Walde

Mit Lumix FZ 2000 auf der Suche nach herbstlichen Schätzen

Am Sonntag war es soweit, ich wollte endlich in den Wald um Pilze zu fotografieren und für meinen Vogtlandfilm festzuhalten. Ich hatte schon einiges über diese Kunst des Fotografierens gelesen, aus Zeitgründen wollte ich aber noch kein Fotostacking machen, also das "Schritt-für Schritt" Abtasten des Objekts, das man dann später wieder zu einer Aufnahme zusammensetzt. Min Arbeitsgerät ist zum Glück keine Canon Vollformat, die zwar ein schönes Bouquet erzeugt, was aber hier nicht gewünscht ist. Der Pilz sollte insgesamt möglichst scharf sein und dezent beleuchtet. Im Vogtland hier in Sachsen bei Plauen ist derzeit eine hervorragende Saison, aber zur Zeit nur im oberen Vogtland bei Falkenstein. Hier waren die klimatischen Verhältnisse, also ausreichend Regen wohl gegeben, in Plauen dauert das noch etwas. Meine Chancen standen also gut den optischen König der Pilze anzutreffen, den Fliegenpilz. Mit seiner leuchtendroten Kappe mit den typischen weißen Einsprenkelungen und dem weißen Stiel mit dem typischen Kragen ist er ein ausgeprochen attraktiver Kamerad für die Kamera. Zwanzig Minuten stapfte ich umsonst im Wald herum, nur ein paar kleine Braunkappen und ein Ziegenbart, bei denen ich aber schonmal testete, wie die Kamera im Nahbereich reagiert mit einem kleinen Lichtreflex meiner LED Taschenlampe. Un das Ergebnis kann sich schonmal sehen lassen, finde ich. 



Die Menschen im Vogtland sind sehr freundlich. Ich traf einige beim Pilze sammeln. Sie zeigten mir die Richtung, wo ich Fliegenpilze finden könnte. Ich machte mich auf den Weg und dann sah ich sie, mitten im Wald, ein leuchtend rot orangener Kreis dieser fröhlichen Gesellen inmitten braunen Herbstlaubs und dunkler Bäume. Ich freute mich wie ein kleines Kind und näherte mich vorsichtig, schließlich wollte ich keinen beschädigen durch unachtsames Herumtrampeln. Es waren Größere und noch ganz Kleine dabei. 



Und runter in den Dreck

Die kleinen hatten noch eine runde, nach unten gezogene Haube, die größeren einen flacheren Schirm mit prächtig weißen Lamellen. Ich ging ganz runter auf den Boden, kurz dachte ich an meine teure regendichte Jack Wolfskinjacke, aber egal, rein in den Dreck. Ein tolles Gefühl, wieder Erdung zu bekommen, du riechst den Waldboden, spürst deinen Atem, schmiegst dich ganz nah an den Boden und versuchst die Kamera ruhig zu halten, gar nicht so einfach bei diesem Boliden, der immerhin mit Akku 960 Gramm wiegt. Ich ging zunächst auf die idiotensichere IA Einstellung, Klack machte der Auslöser im Breitformat. Nicht schlecht, doch irgendwie fehlten die dunklen Kontraste des Waldes und den Lichtreflex der Taschenlampe konnte man nur erahnen. Also manuell, ISO 125 war zu dunkel, die Blende sollte nicht zu weit offen sein, weil ich eine möglichst große Tiefenschärfe haben wollte, der Pilz also möglichst in allen Bereichen scharf sein sollte. Also Iso 200, es war schon recht düster an dieser Stelle, ein wolkenverhangener Regentag und viele Bäume mit wenig Licht am Boden. Ein Wunder, dass hier überhaupt was wächst, aber Pilze können das. Das eigentliche Lebewesen ist nämlich unterirdisch, ein riesiges Geflecht von Fäden, der Pilz ist nur der Fruchtkörper. Ich wählte Blende 5,6 sonst wäre es zu dunkel, und 125 zigstel Verschlusszeit und stellte den Selbstauslöser ein. Und los ging es, Ich variierte die Blende, machte noch ein paar Bilder mit Automatik, aber nein, das tiefe Geheimnisvolle des Waldes mit Licht und Schatten kommt manuell viel besser raus. Ich variierte Hochkant, Quer, von oben, von der Seite, mit Putzen der Schirmchen und ohne. Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die schönste Belohnung des Fotografen sind später aber die Likes und Ohs und Ahs bei Facebook oder Whatsapp. Zufrieden packte ich ein und ging zum Auto zurück. Und direkt davor stand nochmal ein Nest dieser attraktiven Kumpels, ich hatte es zu beginn meines Ausflugs nur nicht bemerkt. Ich nahm mir vor, wieder öfter in die Natur hinaus zugehen, um die Sinne wieder zu schärfen und die Umwelt wieder besser zu spüren. 



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